Seit siebzehn Jahren plane ich Reisen für Menschen, die es sich nicht leisten können, unterwegs festzusitzen. Dieses Jahr ist in Europa einiges zusammengekommen: neue Grenzsysteme, Kontrollen dort, wo es zwanzig Jahre lang keine gab, und Streiks, die Monate im Voraus angekündigt wurden. Ich fasse zusammen, was sich tatsächlich geändert hat und wie ich Reisen danach plane.
Der häufigste Anruf in diesem Sommer
Wenn im Sommer mein Telefon klingelt, beginnt das Gespräch nicht mit dem Wort Überfall. Es beginnt mit einem Satz wie „Wir stehen an der Grenze, und es geht nicht voran“. Oder „Unser Flug wurde gestrichen, und in Prag wartet der Klient auf uns“.
So sieht Travel Risk Management heute aus. Neun von zehn Problemen, die ich löse, sind keine Angriffe, sondern Warteschlangen, Sperrungen, Streiks und fehlende Papiere. Eines haben sie gemeinsam: Sie sind vorhersehbar. Und fast immer hat sie jemand vorher angekündigt.
Die Grenzen haben sich dieses Jahr tatsächlich verändert
Seit dem 10. April 2026 ist das europäische Entry/Exit System (EES) vollständig in Betrieb. Es wurde ab Oktober 2025 schrittweise eingeführt und läuft inzwischen an allen Außengrenzen des Schengenraums. Es gilt für Staatsangehörige von Drittstaaten bei Kurzaufenthalten, nicht für EU-Bürger. Betroffen sind aber Ihre Gäste und Partner aus Ländern außerhalb der EU sowie Mitarbeiter ohne Aufenthaltstitel oder Visum für einen längerfristigen Aufenthalt in der EU.
Beim ersten Grenzübertritt werden Gesicht und Fingerabdrücke erfasst, der Pass wird nicht mehr gestempelt. Bei weiteren Reisen wird die Biometrie nur noch abgeglichen, und das geht schneller. Das Problem ist der erste Durchgang.
Am 1. Juli wandte sich die Luftfahrtbranche in einem offenen Brief an die Europäische Kommission und sprach von Wartezeiten von bis zu fünf Stunden zu Spitzenzeiten. Die Kommission hält dagegen, ernsthafte Warteschlangen gebe es nur an etwa zwanzig von rund fünfzehnhundert Grenzübergängen. Prag meldet eine um einige Dutzend Sekunden längere Abfertigung pro Reisendem. Stehen aber tausend Menschen in der Schlange, summieren sich diese Sekunden.
Was ich daraus ableite: Bei Gästen aus Drittstaaten plane ich für die erste Ankunft im Schengenraum eine zusätzliche Stunde Puffer ein und buche für sie nie einen knappen Anschluss.
ETIAS: noch immer nichts – und auch das ist eine Information
ETIAS ist nicht in Betrieb, und ein Starttermin ist bis heute nicht veröffentlicht. Die offizielle Website und die Seiten der Kommission geben übereinstimmend an, dass derzeit keine Anträge angenommen werden. Im April war noch vom letzten Quartal 2026 die Rede, inzwischen nennen die Hauptseiten überhaupt keinen Termin mehr. Laut einem Bericht der Financial Times hat die Agentur eu-LISA den Start intern auf 2027 verschoben; offiziell bestätigt hat das niemand.
Gebühr und Bedingungen legt unmittelbar die europäische Verordnung fest; die Genehmigung wird drei Jahre gelten oder bis zum Ablauf des Reisepasses.
Praktische Konsequenz: Wenn Ihnen heute jemand anbietet, ETIAS „für Sie zu erledigen“, ist das Betrug. Das System gibt es noch gar nicht.
Die Falle für Vielreisende: die 90/180-Regel
Ein Kurzaufenthalt darf höchstens 90 Tage innerhalb eines beliebigen Zeitraums von 180 Tagen dauern. Gezählt wird gemeinsam für alle Länder, die das EES nutzen, nicht für jeden Staat einzeln. Neu ist, dass das System dies automatisch überwacht.
Hier liegt ein Detail, über das man dieses Jahr leicht stolpert. Der offizielle EU-Rechner berücksichtigt ausdrücklich keinen Aufenthalt, der vor dem 10. April 2026 begonnen hat. Und bis zum 6. Oktober 2026 kann die Antwort „OK“ bei Inhabern von Visa für die einmalige oder zweimalige Einreise unzuverlässig sein, wenn sie eine ihrer Einreisen zwischen Oktober 2025 und April 2026 genutzt haben.
Mit anderen Worten: Der Rechner kann Ihnen dieses Jahr melden, dass alles in Ordnung ist, obwohl Sie womöglich schon mehr Tage angesammelt haben, als er anzeigt. Für ausländische Kollegen führe ich dieses Jahr eine eigene Übersicht der Aufenthalte, bis sich das eingespielt hat.
Kontrollen an den Binnengrenzen – auch an der tschechischen
Das unterschätzen die meisten, denn „im Schengenraum wird doch nicht kontrolliert“. Doch, es wird kontrolliert. Laut der offiziellen Liste der Kommission (Stand: 28. Juli 2026) haben folgende Staaten vorübergehende Kontrollen eingeführt; den aktuellen Stand prüfen Sie vor der Reise in dieser Liste:
- Deutschland vom 16. März bis 15. September 2026, einschließlich der Landgrenze zu Tschechien
- Österreich vom 16. Juni bis 15. September 2026, ebenfalls einschließlich der Grenze zu Tschechien
- Frankreich vom 1. Mai bis 31. Oktober 2026 an allen Binnengrenzen, unter anderem wegen des G7-Gipfels in Évian
- Niederlande, Italien, Schweden, Norwegen, jeweils mit eigener Regelung
- Polen kontrolliert, aber nicht an der Grenze zu Tschechien
Aktualisierung vom 29. September 2026: Deutschland und Österreich haben ihre Kontrollen, auch an der Grenze zu Tschechien, für den Zeitraum vom 16. September 2026 bis zum 15. März 2027 verlängert (aktuelle Übersicht der Europäischen Kommission).
Ein Transfer von Prag nach München oder Wien kann heute also an der Grenze zum Stehen kommen. Jeder braucht ein eigenes gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass), auch Kinder: Wer nur im Dokument eines Elternteils eingetragen ist, darf damit nicht reisen.
Prag aus der Sicht eines Menschen, der hier für Sicherheit sorgt
Ich beginne mit dem Positiven, weil es zu selten gesagt wird: Die Kriminalität in Prag sinkt. 2025 wurden 34.853 Straftaten registriert, 9,3 % weniger als im Vorjahr, und die Aufklärungsquote nähert sich 27 %. Im ersten Quartal 2026 sanken die Zahlen um weitere zwei Prozent, Einbrüche gingen deutlich zurück.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Die Gewaltkriminalität stieg im ersten Quartal 2026 von 449 auf 513 Fälle. Diese Zahl behalte ich im Blick.
Taschendiebstähle und Diebstähle an Personen machten im vergangenen Jahr 8,5 % der gesamten Prager Kriminalität aus. Das britische Außenministerium nennt in seinen Reisehinweisen konkrete Orte: die U-Bahn- und Buslinien vom Flughafen ins Zentrum sowie Straßenbahnen in Richtung Prager Burg. Die Prager Polizei verstärkt im Sommer ihre Spezialteams gegen Taschendiebe und holt auch Kollegen aus dem Ausland hinzu, weil diese Delikte oft von organisierten Gruppen begangen werden.
Was mich an den Prager Zahlen am meisten aufhorchen lässt, sind die Taxis. Der Prager Magistrat führte im vergangenen Jahr 1.470 Kontrollen durch und stellte in 314 Fällen Gesetzesverstöße fest. Bei der sogenannten Vertragsbeförderung gab es Verstöße bei 71 % der Kontrollen. Seit September 2024 wurden 46 Fahrer der Fremdenpolizei übergeben, und sechzehn Personen wurden beschuldigt, in bis zu zweihundert Fällen unrechtmäßig Lizenzen an ausländische Fahrer ausgestellt zu haben. Deshalb bestelle ich Transfers für Klienten immer im Voraus und halte nie ein Taxi auf der Straße an.
Noch drei Dinge, die sich in Prag wiederholen und für die es eine klare Lösung gibt:
- Wechselstuben. Bei bestimmten Umtauschgeschäften haben Sie unter den gesetzlichen Voraussetzungen das Recht, innerhalb einer kurzen Frist in derselben Wechselstube zurückzutreten. Lassen Sie sich immer einen Beleg geben, prüfen Sie die ausgehängte Kurstafel und tauschen Sie nie auf der Straße.
- Falsche Polizisten. Sie wollen auf der Straße Ihr Bargeld oder Ihre Devisen „kontrollieren“. Das verlangen ausschließlich Betrüger, denn ein Polizist ist dazu nicht befugt. Einen Identitätsnachweis darf ein echter Polizist dagegen verlangen. Lassen Sie sich in diesem Fall den Dienstausweis zeigen und schlagen Sie vor, die Sache auf der Dienststelle zu klären.
- Bars und Clubs. Achten Sie auf die Abrechnung und auf „Verzehrkarten“ mit hoher Strafgebühr bei Verlust. Eine tschechische Umfrage unter 1.041 Personen ergab, dass ein Drittel der Befragten persönliche Erfahrungen mit Substanzen hat, die ins Getränk gemischt wurden. Lassen Sie Ihr Getränk nie unbeaufsichtigt.
Und Autos. 2024 wurden in Tschechien 2.801 Fahrzeuge gestohlen, davon 637 in Prag. Interessanter ist aber, wie sich die Methode verändert hat: 2010 entfielen noch 80 % der Fälle auf Diebstähle mit sichtbarem Aufbruch, heute sind es nur noch 30 %. Der Rest läuft über Störsender, Schlüssel-Emulatoren und Eingriffe in die fahrzeuginterne Kommunikation. Ein Autodiebstahl verrät sich heute nicht mehr durch eine eingeschlagene Scheibe.
Europa: Was Reisen heute am häufigsten durchkreuzt
Der Luftverkehr läuft am Limit. Mitte Juli 2026 gab es in Europa täglich mehr als 36.000 Flüge, doch nur 69 % der Ankünfte und 63 % der Abflüge waren pünktlich. Den Großteil der Verspätungen verursacht das Wetter: Im Sommer 2026 gingen 55 % aller Streckenverspätungen darauf zurück. Hinzu kommt, dass nach wie vor nur rund 80 % des Luftraums genutzt werden, der vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine zur Verfügung stand.
Das System ist so ausgelastet, dass eine einzige technische Störung es aus dem Gleichgewicht bringt. Als am 27. Juli in Brüssel das System zur Slotvergabe ausfiel, musste ein Notfallplan aktiviert werden, und die Verspätungen zogen sich bis in den nächsten Tag. Im Januar fielen über ganz Griechenland die Funkfrequenzen aus, rund 120 Flüge blieben am Boden.
Neu hinzugekommen sind Drohnen. München und Kopenhagen mussten den Flugbetrieb wegen Drohnensichtungen bereits vorübergehend einschränken. Die Europäische Kommission hat deshalb einen Aktionsplan zur Drohnenabwehr vorgestellt, der allerdings erst Ende 2027 voll greifen soll.
Und dann gibt es Dinge, die wir im Voraus wissen. Genau sie lassen sich am verlässlichsten in die Reiseplanung einbauen:
- Die französische Fluglotsengewerkschaft hat für den 7. bis 10. Oktober 2026 einen viertägigen landesweiten Streik ausgerufen. Ryanair kündigte an, bis zu 1.800 Flüge zu streichen.
- In Italien ist für den 13. September 2026 ein ganztägiger Streik des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Rom-Fiumicino und Ciampino angekündigt, für den 30. September ein vierstündiger Streik der Flugsicherung.
- Belgien erlebte dieses Jahr zwei Generalstreiks. Beim Streik im Mai wurde etwa die Hälfte der 650 geplanten Abflüge in Brüssel gestrichen.
Wenn mir heute jemand sagt, dass er in der ersten Oktoberhälfte über Frankreich fliegen will, steht das schon jetzt in meinem Kalender.
Dazu zwei Themen, über die wenig gesprochen wird. Störung und Fälschung von Satellitensignalen: Die EASA hat am 3. Juli bereits die vierte Überarbeitung ihres Bulletins veröffentlicht; betroffen sind Ostsee und Schwarzes Meer, der Mittelmeerraum, der Nahe Osten und die Arktis. Und Cyberangriffe: Im September 2025 legte Ransomware bei einem Anbieter von Check-in-Software die Systeme an den Flughäfen London, Brüssel, Berlin und Dublin lahm, abgefertigt wurde mit Stift und Papier.
Die Terrorwarnstufen in Europa sind dieses Jahr gestiegen. Großbritannien steht seit dem 1. Mai auf der Stufe severe, Deutschland hat seine Einschätzung Mitte Juli auf „hoch“ angehoben, Belgien bleibt bei drei von vier Stufen, Frankreich hat die Wachsamkeit verschärft. In Tschechien gilt für das gesamte Jahr 2026 die Stufe B – mäßige Bedrohung, die zweitniedrigste von vier.
Die Luxusuhr als sichtbares Ziel
Diese Kriminalität zielt direkt auf unsere Klienten. Laut der Datenbank The Watch Register wurden im vergangenen Jahr weltweit über zehntausend Luxusuhren als gestohlen oder verloren gemeldet, im Schnitt eine pro Stunde. Als riskanteste Orte in Europa gelten London, Barcelona und Ibiza, danach Paris, Mailand und Rom.
In Mailand nahmen Uhrenraube auf offener Straße um dreißig Prozent zu, unter den erfassten Fällen waren Marken wie Richard Mille und Audemars Piguet. In Paris erbeutete ein maskierter Räuber auf einem Motorroller elf Rolex-Uhren aus einem Geschäft.
Dass es auch anders geht, zeigt London: Nach gezielten Einsätzen gingen die Taschendiebstähle binnen eines Jahres um 23 % zurück, und im West End halbierten sich die Handydiebstähle.
Und ein Trick, den man sich merken sollte. In Madrid wurde ein Mann festgenommen, dem fünfzehn Einbrüche in Hotelzimmer vorgeworfen werden. Technisch aufwendig war nichts daran: Er beobachtete Gäste beim Check-in, merkte sich Name und Zimmernummer und ließ sich dann an der Rezeption eine Ersatzkarte geben, angeblich weil er die ursprüngliche verloren hatte. Deshalb nenne ich an der Rezeption meinen Namen und meine Zimmernummer nie laut.
Fürsorgepflicht ist kein Papier für die Schublade
Wenn Sie Mitarbeiter auf Reisen schicken, ist dieser Abschnitt für Sie der wichtigste.
Für das Management von Reiserisiken gibt es eine internationale Norm: ISO 31030. Sie ist nicht zertifizierbar, sie ist ein Leitfaden, kein Stempel. Gerade deshalb ist sie gefährlich: Es ist zu erwarten, dass Gerichte sie als Maßstab dafür heranziehen, ob ein Unternehmen seiner Fürsorgepflicht nachgekommen ist.
Das tschechische Recht ist hier eindeutig. Das Arbeitsgesetzbuch verpflichtet den Arbeitgeber, die Sicherheit unter Berücksichtigung der Risiken zu gewährleisten (§ 101), Risiken systematisch zu ermitteln und zu bewerten, dies zu dokumentieren und Maßnahmen für Notfälle einschließlich Evakuierung bereitzuhalten (§ 102) sowie die Mitarbeiter verständlich über die Risiken zu informieren und zu schulen (§ 103). Die Haftung für Arbeitsunfälle ist dabei verschuldensunabhängig: Sie müssen keine Pflicht verletzt haben, und befreien kann sich der Arbeitgeber nur in den gesetzlich geregelten Ausnahmefällen (§ 270 des tschechischen Arbeitsgesetzbuchs).
Dass das keine Theorie ist, zeigt die Arbeitsinspektion: Allein im ersten Halbjahr 2025 führte sie Tausende Kontrollen durch und stellte bei rund sechzig Prozent davon Verstöße fest. Im Extremfall wird es strafrechtlich relevant, wenn jemand eine wichtige Pflicht aus seinem Arbeitsverhältnis verletzt.
Und es gibt einen europäischen Präzedenzfall. 2015 sprach ein Gericht in Oslo einem Mitarbeiter des Norwegischen Flüchtlingsrats Schadenersatz zu, nachdem er auf einer Dienstreise in Kenia angeschossen und entführt worden war. Das Gericht wertete das Vorgehen der Organisation als grob fahrlässig, weil das Entführungsrisiko vorhersehbar war, verfügbare Maßnahmen nicht ergriffen wurden und die Entscheidungsträger die Lage nicht ausreichend verstanden hatten.
Trotzdem hat nur eine Minderheit der Unternehmen ein formelles Programm für das Management von Reiserisiken: In einer internationalen Umfrage im oberen Management gaben nur 24 % der Organisationen an, ein starkes Programm im Sinne der ISO 31030 zu haben.
Was Ihre Reiseversicherung nicht abdeckt
Lesen Sie diesen Abschnitt, auch wenn Sie den Rest überspringen. Als typisches Beispiel habe ich die Versicherungsbedingungen eines der großen tschechischen Versicherer durchgesehen; bei anderen sieht es meist ähnlich aus. Das Ergebnis:
- Krieg und Unruhen: vollständig ausgeschlossen, einschließlich Invasion, Aufstand und Revolution.
- Terrorismus: Der Versicherungsschutz kann entfallen, wenn Sie trotz behördlicher Warnung in ein Gebiet reisen, und die Leistungsgrenzen für Behandlungskosten hängen vom jeweiligen Vertrag ab. Prüfen Sie die Bedingungen vor der Reise.
- Entführung und Lösegeld: überhaupt nicht versichert. Im gesamten sechzigseitigen Dokument kommen die Wörter Entführung, Lösegeld oder Geisel kein einziges Mal vor.
Wer dieses Risiko absichern muss, braucht eine eigene K&R-Versicherung, und die hat eine Besonderheit: Sie enthält eine Verschwiegenheitsklausel. Über ihre Existenz darf im Unternehmen nicht gesprochen werden, sonst erlischt sie. Nur wenige Personen wissen davon. Das Lösegeld selbst ist zudem ein juristisches Minenfeld, weil Sanktionsregelungen sowohl die Zahlung als auch den Kontakt zu bestimmten Gruppen verbieten können.
Was ich vor der Reise, unterwegs und im Ernstfall tue
Keine Magie. Nur eine Abfolge von Schritten, die sich bewährt hat:
- Vor der Reise. Ich sehe in der offiziellen Liste der Kommission nach, ob auf der Strecke Kontrollen eingeführt sind. Ich prüfe die Ausweisdokumente aller Reisenden, auch der Kinder. Bei Gästen aus Drittstaaten gehe ich den EES-Status und die verbleibenden Aufenthaltstage durch. Den Transfer bestelle ich im Voraus. Angekündigte Streiks und Sperrungen trage ich in den Plan ein. Und wir vereinbaren einen Kommunikationsplan: wer sich wann bei wem meldet und was passiert, wenn sich jemand nicht meldet.
- Unterwegs. Unauffällig bleiben. Uhren und sichtbare Wertsachen haben beim Transfer vom Flughafen nichts zu suchen. Name und Zimmernummer nennt man an der Rezeption nicht laut. Das Getränk bleibt nie unbeaufsichtigt. Geld wird nur in der Wechselstube getauscht. Falschen Polizisten schlägt man die Dienststelle vor.
- Wenn etwas passiert. Notruf 112. Zeigen Sie einen Diebstahl so schnell wie möglich an, am besten innerhalb von 24 Stunden, denn Versicherer verlangen in der Regel ein Polizeiprotokoll; in Prag ist die Dienststelle am Jungmannovo náměstí 9 rund um die Uhr geöffnet. Und vor allem: Rufen Sie an, bevor Sie versuchen, die Sache selbst zu regeln. Der meiste Schaden entsteht nicht in der ersten Minute, sondern in den dreißig danach.
Warum ich gerade jetzt darüber schreibe
Laut einer internationalen Umfrage aus diesem Jahr spüren drei Viertel der Unternehmen, dass das Zeitfenster für kritische Entscheidungen kleiner wird, doch nur ein Drittel traut sich zu, schnell zu reagieren. Genau in dieser Lücke zwischen „Wir wissen davon“ und „Wir können damit umgehen“ liegt unsere Arbeit.
Das meiste, was ich hier beschrieben habe, ließ sich vorher herausfinden. Der Streik war angekündigt, die Grenzkontrolle steht auf der offiziellen Liste, die Streckensperrung im Fahrplan, der Leistungsausschluss in den Versicherungsbedingungen. Es hat nur niemand rechtzeitig gelesen.
Wenn es um Ihre eigenen Reisen geht oder um die Ihrer Familie oder Ihrer Mitarbeiter, melden Sie sich bei mir für ein unverbindliches Beratungsgespräch. Wir gehen die konkrete Route und den Termin durch und sprechen offen darüber, was wirklich nötig ist und was nur unnötige Panikmache wäre. Ohne Druck, ohne Verpflichtung.
„Ein Risiko unterwegs kündigt sich selten vorher an. Streik, Sperrung und Grenzkontrolle dagegen schon, und genau diesen Teil kann man planen.“– Robert Václavík
Stand: 28. Juli 2026. Termine von Streiks, Sperrungen und Grenzkontrollen ändern sich, bitte prüfen Sie sie vor Ihrer Reise. Angekündigte Streiks können abgesagt, Kontrollen an den Binnengrenzen verlängert oder aufgehoben werden. Die aktuelle Liste der Kontrollen führt die Europäische Kommission, Reisehinweise veröffentlicht das tschechische Außenministerium. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Versicherungsberatung.



