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Meine Vision seit 2009: Was ich aufbauen wollte und wohin ich will

Robert Václavík · Gründer4 Min. Lesezeit🎧 9 Min. Hörzeit
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Als ich 2009 die Bodyguard Group® gründete, hatte ich eine einfache Idee: Personenschutz so zu leisten, dass das Umfeld des Kunden ihn gar nicht bemerkt. Aus dem Prager Team ist über die Jahre ein Unternehmen geworden, das in Tschechien und im Ausland arbeitet. Hier schreibe ich darüber, was sich seitdem verändert hat, was gleich geblieben ist und wohin ich die Firma weiterentwickeln will.

Ein Anruf am späten Abend

Über konkrete Aufträge oder Kunden spreche ich nicht, aber so sieht eine ganz normale Situation aus. Ein Kunde ruft am späten Abend an, weil sich das Programm für den nächsten Tag ändert. Das Ziel liegt woanders als geplant, die Abfahrt verschiebt sich. In dieser kurzen Zeit gilt es, die Route neu zu planen, den neuen Ort zu prüfen, sich mit dem Fahrer abzustimmen, Parkplatz und Zufahrt durchzugehen und zu klären, wer alles von der Änderung erfährt. Der Kunde hört dabei nur einen einzigen Satz: „Gut, ich kümmere mich darum.“

Das ist der Kern dieser Arbeit. Der Kunde soll sich nicht fragen müssen, ob etwas machbar ist. Er soll wissen, dass er sich an jemanden wenden kann und dass die Änderung sofort angegangen wird.

Genau das hat mir 2009 auf dem Markt gefehlt, als ich die Bodyguard Group® gründete. Personenschutz verstand man damals oft als die körperliche Präsenz eines kräftigen Begleiters neben dem Kunden. Ich wollte einen Dienst aufbauen, bei dem die körperliche Präsenz erst das letzte Glied der Kette ist. Alles davor ist Vorbereitung, Information und Planung.

Nicht der Name macht eine Firma aus, sondern die Menschen, die zum Einsatz kommen

Schon in den ersten Jahren war mir klar, dass nicht der Name auf dem Vertrag über das Ergebnis entscheidet, sondern der Mensch, der morgens am Auto steht. Einen Unterschied im Marketing bemerkt der Kunde nicht. Er bemerkt ihn daran, ob der Personenschützer den Weg zum Hinterausgang kennt, ob er sich unter den Menschen zu bewegen weiß, die der Kunde kennt, und ob er einen halben Tag lang schweigen kann.

Deshalb stelle ich mein Team nach Charakter zusammen, nicht nach Statur. Ich suche Menschen, die ruhig bleiben, wenn etwas schiefgeht, die außerhalb der Arbeit nicht über ihre Arbeit sprechen und die Details bemerken, bevor daraus ein Problem wird. Disziplin, Diskretion und Zuverlässigkeit im Kleinen sind für mich die Grundlage.

Durch Schulungen lässt sich das nicht ersetzen, wohl aber weiterentwickeln. Die Menschen in meinem Team trainieren deshalb regelmäßig anhand simulierter Einsatzlagen, denn unter Druck tut man nicht, was man gelesen, sondern was man eingeübt hat. Und wenn jemand diese Werte nicht teilt, lehne ich lieber den Auftrag ab, als ihn zu einem Kunden zu schicken.

Meine Vision von 2009 bis 2026 und für die nächsten 10+ Jahre

Vom Schutz der Person zum Schutz des gesamten Umfelds

Mit den Jahren habe ich gemerkt, dass es keinen Sinn ergibt, einen Menschen zu schützen, das Umfeld, in dem er sich bewegt, aber nicht. Der Kunde lebt nicht nur im Auto und im Besprechungsraum. Er besucht Veranstaltungen, wohnt in Hotels, richtet Firmentreffen aus, und seine Familie ist eigenständig unterwegs. Deshalb habe ich den Dienst auf weitere Bereiche ausgeweitet, die ineinandergreifen.

Heute betreue ich vor allem diese Bereiche:

  • Close Protection: Personenschutz, der auf Diskretion, Routenvorbereitung und der Kenntnis des Tagesprogramms beruht, nicht auf zur Schau gestellter Stärke.
  • Veranstaltungssicherheit: von geschlossenen Firmentreffen bis zu öffentlichen Veranstaltungen, bei denen Einlass, Menschenmenge und Fluchtwege gleichzeitig gesteuert werden müssen.
  • Objekt- und Hotelschutz: Zutrittsregelung, Perimeterkontrolle und Zusammenarbeit mit der Rezeption oder dem Sicherheitsdienst des Betreibers.
  • Familienbegleitung und diskreter Schutz: Situationen, in denen der Schutz möglichst wenig sichtbar bleiben soll, typischerweise bei Kindern und im normalen Tagesablauf.

Schutz endet nicht an der Grenze

Die Kunden, die ich schütze, bewegen sich nicht nur in Prag. Sie fliegen zu Geschäftsterminen, haben Besitz im Ausland, reisen mit der Familie und empfangen ausländische Partner. Wenn Schutz nur zu Hause funktioniert und im Ausland aufhört, ist er kein Schutz, sondern eine Begleitung zum Flughafen.

Deshalb habe ich begonnen, Partnerschaften im Ausland aufzubauen. Das heißt, im Zielland jemanden zu haben, der die örtlichen Verhältnisse kennt, die Sprache, den Verkehr, die medizinische Versorgung und auch das, was dort üblich ist und was nicht. Ohne Ortskenntnis kann man einen Plan erstellen, der auf dem Papier gut aussieht und in der Wirklichkeit an der ersten Kreuzung scheitert.

Umgekehrt betreue ich ausländische Delegationen hier bei uns. Ein Kollege aus dem Ausland braucht in Prag einen Partner, der ihm sagt, wie die Dinge hier laufen, und genau diese Rolle übernehme ich. Diese Gegenseitigkeit ist für mich der einzige vernünftige Weg, auch außerhalb des eigenen Landes Schutz zu leisten, ohne sich auf Improvisation zu verlassen.

Technik ersetzt keinen Schutz, beschleunigt aber Entscheidungen

In all den Jahren hat sich viel verändert. Kommunikation, Routenplanung, das Teilen des Standorts im Team, Kamerasysteme, die Überprüfung des Umfelds vor der Ankunft: All das ist heute schneller und präziser als zu der Zeit, als ich angefangen habe.

Zugleich bin ich vorsichtig mit der Vorstellung, Technik könne dem Menschen die Arbeit abnehmen. Ein System zeigt Ihnen, dass etwas passiert. Es entscheidet nicht für Sie, ob Sie den Kunden an einen anderen Ort bringen oder abwarten. Diese Entscheidung trifft immer ein Mensch, der vor Ort steht und die Zusammenhänge sieht.

Ich sehe Technik deshalb als Werkzeug, das die Zeit zwischen Information und Reaktion verkürzt. Ich investiere in sie, teste sie und führe sie ein, wenn sie sich im Einsatz bewährt, nicht damit sie im Angebot gut aussieht.

Wohin ich die Firma weiterentwickeln will

Meine Vision handelt nicht von mehr Personal, sondern von Tiefe. Ich möchte, dass die Personenschützer in meinem Team auch in schwierigen Lagen selbstständig entscheiden können, Sprachen sprechen, ihr Umfeld lesen können und eine Ausbildung hinter sich haben, die nicht mit einem Zertifikat endet.

Der zweite Punkt ist ein stabiles Netzwerk von Partnern. Schutz ist Teamarbeit. Ohne verlässliche Fahrer, Techniker, Juristen, medizinische Unterstützung und Partner im Ausland stehen Sie mit allem allein da, und früher oder später zeigt sich das. Dieses Netzwerk baue ich langsam und auf lange Sicht auf, denn Vertrauen zwischen Partnern kann man nicht kaufen.

Der dritte Punkt ist Verständlichkeit für den Kunden. Er soll vorher wissen, was er bekommt, wie vorgegangen wird und wer wofür verantwortlich ist. Sicherheit ist keine Geheimwissenschaft, sondern ein Handwerk, das sich beschreiben, planen und unauffällig ausführen lässt.

Was Sie daraus mitnehmen sollten

Seit 2009 haben sich die Technik, der Umfang der Leistungen und die Länder, in denen ich arbeite, verändert. Das Wesentliche ist gleich geblieben: Schutz beruht auf Vorbereitung, auf Menschen und auf Diskretion. Der Kunde sollte nicht das Gefühl haben, im Belagerungszustand zu leben. Er soll Raum für seine Arbeit und seine Familie haben, während sich jemand anderes um die Organisation drumherum kümmert.

Wenn Sie über Schutz für sich, Ihre Familie oder Ihr Unternehmen nachdenken, empfehle ich, zuerst zu klären, wie Ihre gewohnte Routine aussieht und wo sie sich wiederholt. Risiken entstehen oft aus Vorhersehbarkeit: dieselbe Uhrzeit, dieselbe Route, dieselbe Tür. Diesen Überblick können Sie auch selbst aufschreiben, und er ist der erste sinnvolle Schritt, noch bevor Sie jemanden ansprechen.

Gern spreche ich unverbindlich mit Ihnen darüber. Wir treffen uns oder telefonieren, gehen Ihre Situation durch, und ich sage Ihnen offen, ob Sie überhaupt Schutz brauchen, in welchem Umfang und womit Sie sinnvollerweise beginnen. Wenn Sie sich danach anders entscheiden, ist das kein Problem. Den Überblick über Ihre Situation behalten Sie in jedem Fall.

„Beim Schutz geht es weder um Kraft noch um Technik, sondern um Vorbereitung. Dank ihr kann sich der Kunde auf seine Arbeit konzentrieren und muss sich nicht um die Organisation drumherum kümmern.“– Robert Václavík

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